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Auf zum Nordkap

Beim Schrauben an unseren Saabs überlegten Johan und ich, wohin wir mal reisen könnten. Nordkap? Vielleicht mit einem Oldtimer? Das sind zwar viele Kilometer, aber bestimmt auch spannend! Es wurde viel geplant und vorbereitet: Zusatzlampen und Spikes mussten her. Unser Freund Rob bekam davon Wind und war sofort Feuer und Flamme für dieses Reiseprojekt. Es musste jedoch noch ein passendes Fahrzeug für Rob gefunden werden. Schnell wurde er bei Ton in den Niederlanden fündig.

Restauration

Bei der Vorbereitung des 900ers für eine Vollabnahme und ein H-Kennzeichen wurde die Restaurierung immer umfangreicher. So musste beispielsweise die komplette Bremsanlage erneuert und einige Löcher geschweißt werden. Der Motor benötigte außerdem eine neue Steuerkette. Da bot es sich an, ihn gleich neu aufzubauen. Also haben wir ihn komplett zerlegt und alles erneuert. Leider lief uns dann die Zeit davon, denn der TÜV-Termin rückte näher. Dann der erste Rückschlag: Bei der Prüfung funktionierte der Hauptbremszylinder nicht mehr, sodass er repariert werden musste und der Wagen eine Nachprüfung beim TÜV benötigte. Leider hatte der Prüfer einige Werte im Gutachten vergessen, sodass die Zulassung verweigert wurde. Also sind wir nach Aachen gefahren, um die Werte nachtragen zu lassen. Am Montagmorgen, unserem Abreisetag, hatten wir endlich die Nummernschilder. Also ging es direkt mit der Probe- und Jungfernfahrt zur Fähre nach Lübeck!

Es geht los....

Die ersten Kilometer haben wir immer wieder nachgeschaut, ob alles dicht und trocken ist. Um 23 Uhr waren wir glücklich und zufrieden an der Fähre und der erste Druck war weg. Nun konnten wir uns erst einmal über 30 Stunden auf der Fahrt nach Helsinki entspannen.

Helsinki

Ursprünglich wollten wir zwei Tage in Helsinki bleiben, haben uns dann aber anders entschieden. Die Stadt hat uns dann doch nicht so zugesagt. Weiter ging es nach Uusikaupunki.

Uusikaupunki

Der Besuch des Valmet Automuseums gehört zum Pflichtprogramm. Hier werden etwa 100 Autos ausgestellt, darunter viele seltene Saabs.


Jämsä

Als Übernachtungsort haben wir Jämsä ausgewählt. Von hier aus haben wir es nicht weit zu dem tollen Flugzeugmuseum von Mittelfinnland. Eine Saab Draken diente dort als tolle Fotokulisse. Wenn man sich für Technik interessiert, lohnt sich ein Besuch hier absolut. Danach ging es weiter nach ...

Automuseum Oulo

Unser Ziel für heute ist der Polarkreis, wo wir endlich Polarlichter sehen wollen. Zuvor fahren wir ein nahegelegenes Museum an. Ja, es ist wieder ein Automuseum, aber mit wirklich toll restaurierten Fahrzeugen.

Rovaniemi- Polarkreis

Ein Eishotel, Polarlichter und ein Weihnachtsmannmarkt – in Rovaniemi gibt es viel zu sehen und zu entdecken. Vorher mussten wir aber endlich mal wieder in unseren geliebten Biltema.  Leider fand heute ein Konzert auf dem Weihnachtsmannplatz statt. Wir fanden finnische Volksmusik nicht so spannend, um es uns anzuhören. Unsere Polarlichter-App meldete sich jedoch mit der Vorhersage, dass wir heute etwas Tolles sehen können! Also ab zum Eishotel, von wo aus wir auch eine gute Sicht Richtung Norden haben.


Karasjok

Bei schönstem Wetter ging es weiter nach Karasjok. Die rund 407 Kilometer lange Strecke führte durch eine wunderschöne Landschaft mit endlosen, hügligen Straßen. Nordlappland ist wirklich sehenswert. Die Goldstadt Tankavaara hat uns als spontaner Stopp echt überrascht und begeistert. Leider konnten wir unterwegs nicht alles fotografieren, aber den Snowboarder, der sich von einer Drohne ziehen ließ, mussten wir unbedingt filmen.

Beim Grenzübergang nach Norwegen haben wir wohl ein Haltezeichen übersehen. Rob, der hinter uns fuhr, sah dann den Grenzposten mit der Taschenlampe winken. Er kehrte um und musste dann erst einmal seinen Saab ausräumen. Verdacht auf Alkoholschmuggel. Der Wagen hängt hinten etwas tief :)


Nordkap

Angekommen! Nach 3.640 Kilometern haben wir unser Ziel, das Nordkap, erreicht. Nun geht es entspannt die 2.800 Kilometer zurück nach Hause durch Schweden, die unsere alten Schätzchen hoffentlich auch so souverän abspulen.

Mein Saab 99 stammt von einem Händler aus Piteå. Dort hat der Vorbesitzer den Wagen 1971 gekauft. An der Adresse gibt es noch ein Autohaus?! mal sehen...


weiter nach Lahpoluoppal

Wir haben die Nacht in einer schönen Hütte am Hafen des NorthCap verbracht. Morgens gab es dann eine Überraschung: Es hatte ordentlich geschneit und wir mussten die hügelige Küstenstraße zurückfahren. Atemberaubend! Alles war richtig, richtig weiß. Es sah aus, als wären alle Berge mit Zuckerglasur bestrichen worden.

Nach einigen Kilometern hatte man sich an die Straßenverhältnisse gewöhnt und Vertrauen in den Grip der Spikes gewonnen. Dennoch fühlte sich die 285 Kilometer lange Strecke zur nächsten Unterkunft deutlich länger an.



Ist die Reise hier zu Ende?

Unser Etappenziel für heute ist Överkalix in Schweden. Nach kurzer Fahrzeit stellt Rob ein „Nageln” an seinem 900er fest. Schnell wird uns klar: Die Hydrostößel im vorderen Bereich klackern. Sind sie defekt oder vielleicht der Ölkanal zu? Nach Rücksprache mit unseren Technik-Jokern Ton und Viktor haben wir uns entschlossen, weiterzufahren.

Am Zielort haben wir einen Liter Diesel ins Öl gemischt und den Wagen eine Stunde im Stand laufen lassen. Danach haben wir einen Ölwechsel gemacht und sind zur Probefahrt aufgebrochen. Das Nageln war fast verschwunden! Es geht weiter!

Leider haben wir nicht so viele Fotos gemacht, da wir uns zu sehr mit unserem Motorproblem beschäftigt haben.

Unterwegs bekamen wir noch die Nachricht, dass unsere Hütte, in der wir übernachten, wohl Frostschäden hat. Die Außentemperatur ist schnell von -35 auf 0 Grad angestiegen und die Hütte ist nun in der Mitte um 3 cm höher, sodass alles schief ist. Es fühlt sich an wie im schiefen Haus im Phantasialand.


Zeitreise

Leider gibt es das alte Saab-Autohaus in Pitea nicht mehr. Zwei Herren sprachen mich an und erzählten mir voller Stolz und Emotionen von ihren eigenen Saabs aus dem Autohaus. Anschließend machten sie ein paar Erinnerungsfotos von unseren Autos.

Am alten Wohnsitz des Vorbesitzers meines 99ers trafen wir eine junge Frau, die das Haus nun seit vier Jahren bewohnt. Sie konnte uns leider auch keine Informationen zum Vorbesitzer geben. 

Somit war der Abstecher nach Pitea ein wenig enttäuschend, wobei wir uns insgeheim mehr erhofft hatten.

Weiter ging es durch wunderschöne Landschaften zu unserem Haus für diese Nacht. Was für eine Überraschung! Ein wunderschönes schwedisches Haus in einem perfekten Zustand, komplett im Stil der 20er Jahre renoviert und mit wunderschönen Accessoires dekoriert.

Eine positive Randnotiz: Der 900er schnurrt wieder wie ein Kätzchen, denn die Dieselkur hat funktioniert!


Schnee ade,Skönsberg strahlt in der Sonne !

Da laut Wettervorhersage kein Schnee mehr zu erwarten ist, haben wir uns entschlossen, unsere Bereifung zu wechseln.

Heute haben wir uns wieder eine große Teilstrecke überlegt, da wir schnell Richtung Stockholm wollen.

Leider befindet sich das Scania-Museum im Umbau und ist geschlossen, daher haben wir uns für andere Sehenswürdigkeiten entschieden und spulen Kilometer.

Hier ein paar Eckdaten: Die Überfahrt mit der Fähre dauerte etwa 32 Stunden und umfasste eine Strecke von 1200 Kilometern.

Bis jetzt wurden 3750 Kilometer zurückgelegt.

Verbrauch: SAAB 900 ca. 7 Liter/100 Kilometer. 

                   SAAB 99 ca. 8 Liter /100 Kilometer.